In frühester Kindheit werden unsere Einstellungen geprägt, so auch die (Selbst-)Liebe. Oftmals lehnen wir uns selbst ab. Dies kann die Ursache vieler Probleme sein.
Nicht nur wenn ein Kind gehorsam ist, oder Leistungen erbringt, soll es bedingungslos geliebt werden. Kinder brauchen Grenzen und zu ihrem Schutz auch Strenge – doch diese sollen liebevoll gesetzt werden. Trotzdem ist es wichtig, dass das Kind sich angenommen fühlt. Wenn das Kind nicht dieses Gefühl der Akzeptanz übermittelt bekommt oder fühlt, dass Geschwister ihm vorgezogen werden, kann es sich selbst auch nicht annehmen, was eine Einschränkung im weiteren Verlauf des Lebens mit sich bringt. Um Selbstliebe und Annahme wieder zu „erlernen“ muss man intensiv arbeiten.
Die Sache mit der Liebe
„Liebe muss verdient sein“ – mit diesem Glaubenssatz wachsen viele von uns auf. Solange wir erfolgreich
, hübsch, intelligent und bestrebt sind, fällt uns Selbstakzeptanz leicht. Trifft einer dieser Komponente nicht zu, dann ist es mit der Selbstliebe vorbei und es beginnt meist die Selbstzerstörung. Selbstvergleich und „sich selbst kleinreden“ – oftmals ist man sich selbst der schlimmste Feind. Ein Teufelskreis – wenn man sich nicht selbst liebt, wie soll man dann jemand anderen lieben? Wenn wir andere nicht annehmen können, da dies ja schon an uns selbst scheitert, wollen wir unseren Partner und unsere Kinder nach unseren Vorstellungen formen.
Gespielte Selbstliebe?
Glaube nicht, dass Personen, die sich selbstbewusst zeigen und sich auf sozialen Medien präsentieren und ihre eigene Leistung übertrieben loben, sich selbst annehmen und lieben. Im Gegenteil – im tiefen Inneren sind diese Personen oft zerrissen und lehnen sich selbst ab. Oft ist hier eine starke Verletzlichkeit vorhanden.
Kinder nehmen es anders auf!
Ein ausgewogenes Zusammenspiel von Liebe und Strenge hat oberste Priorität. Erwachsene können mit dem momentanen Verhalten eines geliebten Menschen nicht einverstanden sein, diese Person jedoch weiterhin lieben. „Kindern jedoch ist das oft nicht verständlich, sie fühlen sich meist durch ihre Fehler als Person ganzheitlich abgelehnt“, erklärt Dr. Mag. Barbara Singer.
„Egal was ist – ich liebe dich“
Wenn wir Menschen, für jeden kleinen Fehler den sie machen, nicht mehr lieben würden, gäbe es ja keine Liebe mehr oder? Wäre das ein schönes Gefühl? Wohl eher nicht! Genauso aber fühlen sich Kinder, wenn sich ihnen ihre Eltern gegenüber kritisch äußern. Man konzentriert sich in diesem Moment auf die Fehler des Kindes, das Kind tut dies dann auch und fühlt sich klein, wertlos und nicht liebenswürdig. Verdeutliche deinem Kind, dass sich trotz der Situation nichts an der Liebe zu ihm ändert! Die andere Extreme: Wenn Eltern zu nachgiebig sind, keine Führungsqualitäten beweisen, werden Kinder verwöhnt, rebellisch. Zuwenig erzieherische Maßnahmen können im Kind auch den Eindruck erwecken, dass man den Eltern „egal“ ist.
Das ist „Top“…
Der Arzt Dr.Roy Martina empfiehlt das „Sandwich-Feedback“
1.Loben Sie ihr Kind, für dass, was es richtig gemacht hat
2.Die nächste Schicht beim Sandwich ist, zu sagen, was verbesserungsbedürftig ist und wie diese Verbesserung aussehen soll.
3.Zum Abschluss danken Sie Ihrem Kind dafür, dass es Ihnen zugehört hat und das es bereit ist zu kooperieren. Sagen Sie ihm auch noch, wie stolz Sie darauf sind es zu haben.
Probier es doch aus – du wirst merken, dass du bei der Erziehung auf weniger Widerstand stoßen wirst.
…das ist „Flop“
„Aus dir wird nie etwas!“, „Du machst alles falsch!“, „Bist Du denn blöd?“. – diese Aussagen sind „Selbstliebe-Killer“ und vergiften die Seele des Kindes.
„Solche verbalen Beschimpfungen, abgesehen von sexuellen Missbrauch und Kindesmisshandlung, ist der schlimmste Schaden, den man einem Kind zufügen kann. Darum vermeiden Sie, wenn Sie selbst Eltern sind, solche Aussagen komplett.“, so Dr. Roy Martina. Man sollte sich bewusst sein, welchen Schaden man damit im Kind anrichten kann.
Hab ich den alles falsch gemacht?
Wenn du selbst Kinder hast und jetzt denkst, alles falsch gemacht zu haben, verzeihe dir. Wahrscheinlich warst du selbst Opfer in deiner Kindheit. Mache dir dies bewusst und versuche, anders zu handeln. „Liebe deinen nächsten wie dich selbst“ – so hieß es schon in der Bibel.
Der Text wurde inspiriert durch Dr. Mag. Barbara Singer (Buch: Bringe Wunder in dein Leben)